Mehr als das…

Ich glaub,

ich will mehr vom Leben

als 9-to-5 und dann Netflix.

Mehr als „Wie war dein Tag?“ –

„Ganz okay“ –

und dann schlafen gehn,

während der Wecker schon wieder

am Morgen meiner Träume sägt.

Ich glaub,

ich will nicht nur leben,

sondern spüren.

Nicht wie ’ne Maschine

den Kalender abarbeiten

und sonntags so tun,

als wär ein Kaffee am Fenster

schon Selbstverwirklichung.

Ich will nicht funktionieren,

ich will brennen.

Nicht überleben,

sondern was hinterlassen.

Etwas, das bleibt,

wenn ich längst gegangen bin.

Ich sitz oft da

und frag mich,

ob das hier schon alles war.

Dieses

Hamsterrad–Funktionieren–Stillsein.

Dieses

Weitermachen–Ohne-Fühlen–Nicht-Auffallen.

Dieses

„Sei realistisch“,

„Mach’s wie die anderen“,

„Sei dankbar – reicht doch.“

Aber in mir drin

schreit was lauter als jeder Ratgeber,

jeder Karriereplan,

jedes „Du solltest“.

Es schreit:

Nein.

Das reicht nicht.

Nicht für mich.

Nicht,

weil ich denk,

ich wär besser

oder mehr wert

oder klüger.

Sondern,

weil ich glaub,

ich trag was in mir,

das raus will.

Was Echtes.

Was Ehrliches.

Was, das bleibt.

Ich will nicht am Ende sagen:

„Ich hab alles richtig gemacht“ –

und trotzdem nichts gefühlt.

Ich will lieber sagen:

„Ich hab oft gezweifelt,

viel verloren,

aber ich hab’s versucht.“

Ich glaub,

ich bin nicht für Durchschnitt gemacht.

Nicht für „passt schon“,

nicht für „Ist doch ganz nett“.

Nicht für flache Gespräche

und unausgesprochene Träume.

Ich will Tiefe.

Ich will Sinn.

Ich will dieses eine Ding,

das mich nachts nicht schlafen lässt,

weil’s so sehr in meinem Herz pocht.

Ich will das Gefühl,

dass mein Leben keine Kopie ist

von jemand anderem.

Nicht das 0815-Familienfoto,

bei dem alle lachen,

aber keiner echt ist.

Ich will scheitern dürfen,

ohne mich zu schämen.

Zweifeln,

ohne mich zu rechtfertigen.

Wachsen,

ohne mich zu verbiegen.

Ich will nicht

wie ein stillgelegter Bahnhof sein,

wo nie ein Zug ankommt,

weil ich nie den Mut hatte,

auf eins dieser Dinger aufzuspringen.

Ich will nicht,

dass mein Mut

in To-do-Listen

verstaubt.

Oder meine Kreativität

in Notizen,

die nie jemand liest.

Ich weiß nicht,

ob ich’s schaffe.

Weiß nicht, wie.

Weiß nicht, wann.

Aber ich weiß:

Ich bin nicht hier,

um mich klein zu halten.

Nicht hier,

um leise zu sein,

damit ich niemanden störe,

während ich mich selbst verliere.

Ich bin hier,

weil ich glaube,

dass aus mir

was werden kann,

was größer ist

als das,

was ich jetzt gerade bin.

Und vielleicht ist das naiv.

Vielleicht ist das laut gedacht.

Vielleicht ist das zu viel

für eine Welt,

die mit „weniger“

leichter umgehen kann.

Aber was,

wenn ich recht hab?

Was,

wenn da wirklich

mehr für mich gedacht ist

als das?

Was,

wenn dieses Herz in mir

nicht nur schlägt,

um zu existieren,

sondern um Spuren zu hinterlassen?

Und wenn du das fühlst –

irgendwo da drin,

auch nur ein bisschen –

dann weißt du:

Du bist nicht allein

mit dem Wunsch nach

mehr als das.

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Warum haben alle Angst vor der modernen Frau?